Feadship und der niederländische Technologieentwickler AtomicOne haben eine Zusammenarbeit für den Einsatz von MXBuster® auf Yachten über 30 Meter angekündigt. Die am 21. Oktober 2026 vorgestellte Vereinbarung folgt auf mehr als ein Jahr Betrieb an Bord einer Feadship. Die Werft hat sich die exklusiven Anwendungsrechte für das System und zugehörige Technologien in diesem Größensegment gesichert.

Titelbild: eine Feadship-Yacht in Fahrt als Beispiel aus der Flotte. © Feadship.

Die Zusammenarbeit soll Emissionen und Kraftstoffverbrauch durch eine optimierte Verbrennung senken. Vorgesehen sind Anwendungen in bestehenden Yachten ebenso wie in Neubauten. Welche Yacht für die Installation an Bord genutzt wurde, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Der Ansatz liegt an der Luftansaugung des Motors

MXBuster führt dem Ansaugluftstrom Wasserstoff aus gereinigtem Wasser zusammen mit aufbereitetem Wasserdampf zu. Das System beeinflusst damit die Verbrennung, bevor die Gase in die Abgasanlage gelangen.

Laut Feadship wird es als eigenständige Zusatzanlage installiert, ohne den Motor selbst zu verändern. Es ist sowohl mit herkömmlichem Diesel als auch mit HVO einsetzbar. Ziel sind eine verbesserte Verbrennung, weniger Emissionen und Rußbildung sowie ein geringerer Kraftstoffverbrauch.

MXBuster-Systemschema mit Anschluss an die Luftansaugung eines Schiffsdieselmotors. © Feadship.
MXBuster-Systemschema mit Anschluss an die Luftansaugung eines Schiffsdieselmotors. © Feadship.

Welche Ergebnisse gemeldet werden

Nach Angaben der Werft haben unabhängige Prüf-, Zertifizierungs- und Klassifikationsorganisationen, darunter Lloyd’s Register und SGS, die Leistung von MXBuster an mittelschnelllaufenden Schiffsmotoren und Stromerzeugungsaggregaten von Superyachten bestätigt. Die veröffentlichten Daten nennen eine Senkung der Stickoxidemissionen (NOx) um bis zu 55 Prozent sowie niedrigere Abgastemperaturen und weniger Partikel.

Für die seit über einem Jahr ausgerüstete Feadship berichtet das Unternehmen von beseitigten Rußablagerungen und reduzierten Emissionen. Erste Messungen an Bord weisen außerdem auf mögliche Kraftstoffeinsparungen hin; ein konkreter Prozentsatz für diese Yacht wurde noch nicht veröffentlicht.

Die weiteren Verbrauchsangaben stammen aus separaten Tests mit modernen Dieselmotoren an Land: bis zu 14 Prozent weniger Kraftstoff und 25–35 Prozent weniger AdBlue. Diese Werte sind daher von den Ergebnissen an Bord zu unterscheiden. Feadship zufolge hat Lloyd’s Register zudem die Installation genehmigt, ohne dass die zertifizierte Konfiguration des Motors verändert wird.

Schema der Wasseraufbereitung und geregelten Dosierung in MXBuster. © Feadship.
Schema der Wasseraufbereitung und geregelten Dosierung in MXBuster. © Feadship.

Potenzial für Refits und künftige Maschinenräume

Mattes Kruize, Director New Business & Supply Chain und Mitglied des Knowledge-&-Innovation-Lenkungsausschusses von Feadship, betont die Bedeutung für bestehende Yachten und Neubauprojekte. Bei vielen Yachten mit Tier-II-Motoren erschwert der Platzbedarf der Abgasnachbehandlung den Einbau herkömmlicher SCR-Anlagen zur selektiven katalytischen Reduktion, mit denen Tier-III-Anforderungen erfüllt werden sollen.

Die kompakte Bauweise von MXBuster und die geringen erforderlichen Änderungen im Maschinenraum bieten einen weiteren Ansatz zur Emissionssenkung. Bei Neubauten untersucht Feadship die Möglichkeit, große Nachbehandlungsanlagen zu verkleinern oder sogar entfallen zu lassen. Das könnte mehr Freiheit bei der Anordnung schaffen und Maschinenräume auf einer einzigen Ebene ermöglichen.

Das Programm Machine Room of the Future

Feadship, AtomicOne, die Technische Universität Eindhoven und spezialisierte maritime Partner arbeiten außerdem am Programm Machine Room of the Future. Es verbindet optimierte Verbrennung mit kompakter Abgasnachbehandlung. Ziel sind weitere Emissionssenkungen bei geringerem Platzbedarf, Gewicht und technischer Komplexität als bei konventionellen Lösungen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Feadship-Seite zur Zusammenarbeit mit AtomicOne und zur MXBuster-Technologie.