Griechenland führt die sechs Märkte an, die Yacht-Rent.com in seiner Analyse des Chartermarkts im Mittelmeer für 2026 vergleicht. Sowohl bei Segelyachten als auch bei Katamaranen erreicht das Land die höchste Auslastung und die höchsten geschätzten Saisonumsätze pro Koje. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme auf Grundlage der bis zum 1. August 2026 erhobenen Daten und keine abschließenden Ergebnisse für die gesamte Saison.
Die Analyse von Yacht-Rent.com, einer Yachtcharter-Plattform mit mehr als 24 Jahren Erfahrung, vergleicht durchschnittliche Wochenpreise, Buchungsquoten und gebuchte Wochen für Segelyachten und Katamarane in sechs wichtigen Mittelmeermärkten: Griechenland, Türkei, Italien, Kroatien, Frankreich und Spanien.
Obwohl die Saison noch nicht abgeschlossen ist, liefern die Zahlen bereits einen hilfreichen Anhaltspunkt für die Entwicklung der einzelnen Märkte.
Segelyachtcharter: Griechenland verbindet Preis und starke Nachfrage
In dieser Momentaufnahme erweist sich Griechenland im Vergleich als der stärkste Markt für Segelyachtcharter.
Die durchschnittliche Buchungsquote liegt mit 60,87 % am höchsten unter den sechs Ländern. Das entspricht etwa 18,9 gebuchten Wochen während der Saison. Damit erzielt Griechenland auch den höchsten geschätzten Saisonumsatz pro Koje: 8.543 €.
Die Türkei hat mit 488 € pro Koje den höchsten durchschnittlichen Wochenpreis. Aufgrund der geringeren Auslastung von 50,92 % bleibt ihr geschätzter Saisonumsatz mit 7.710 € jedoch unter dem griechischen Wert.
Italien bietet einen weiteren interessanten Vergleich. Der durchschnittliche Wochenpreis von 415 € liegt deutlich unter den 488 € der Türkei, doch eine Auslastung von 56,58 % führt zu einem geschätzten Saisonumsatz von 7.263 €.
Kroatien gehört mit 355 € pro Koje zu den günstigeren Märkten der Gruppe, erreicht aber eine relativ hohe Auslastung von 59,52 %. Mit etwa 18,5 gebuchten Wochen liegt das Land bei der Flottennutzung sehr nahe an Griechenland. Das niedrigere Preisniveau führt allerdings zu geringeren Saisonumsätzen.
Spanien verzeichnet bei Segelyachten mit 46,24 % die geringste Auslastung und im Durchschnitt nur 14,3 gebuchte Wochen.
| Land | Durchschnittliche Auslastung | Durchschnittlicher Wochenpreis pro Koje | Gebuchte Wochen | Saisonumsatz pro Koje |
|---|---|---|---|---|
| Griechenland | 60,87 % | 452 € | 18,9 | 8.543 € |
| Türkei | 50,92 % | 488 € | 15,8 | 7.710 € |
| Italien | 56,58 % | 415 € | 17,5 | 7.263 € |
| Kroatien | 59,52 % | 355 € | 18,5 | 6.568 € |
| Frankreich | 57,74 % | 359 € | 17,9 | 6.426 € |
| Spanien | 46,24 % | 436 € | 14,3 | 6.235 € |
Bei Katamaranen ist Griechenlands Vorsprung noch deutlicher
Bei Katamaranen zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings fallen die Unterschiede zwischen den Märkten noch größer aus.
Griechenland erreicht erneut die höchste Auslastung, mit 60,24 % und durchschnittlich 18,7 gebuchten Wochen. Zusammen mit einem durchschnittlichen Wochenpreis von 839 € pro Koje ergibt sich ein geschätzter Saisonumsatz von 15.689 €, deutlich mehr als in jedem anderen Land.
Spanien weist mit 947 € pro Koje den höchsten Katamaranpreis auf, erreicht jedoch nur eine Auslastung von 45,33 %. Der Saisonumsatz beträgt deshalb 13.353 € und liegt trotz des wesentlich höheren Preises deutlich unter dem griechischen Wert.
Auch Italien und Frankreich erzielen mit 873 € beziehungsweise 871 € hohe Preise, ihre Auslastung liegt jedoch nur bei etwa 50 %.
Kroatien bietet einen interessanten Kontrast. Der durchschnittliche Katamaranpreis von 703 € ist im Vergleich der sechs Länder mit Abstand am niedrigsten. Mit einer Auslastung von 58,30 % liegt das Land jedoch direkt hinter Griechenland. Bei 18,1 gebuchten Wochen erzielen kroatische Katamarane einen geschätzten Saisonumsatz von 12.724 € pro Koje.
In der Türkei treffen relativ hohe Preise auf eine relativ geringe Auslastung. Daraus ergibt sich der niedrigste geschätzte Saisonumsatz unter den sechs Katamaranmärkten.
| Land | Durchschnittliche Auslastung | Durchschnittlicher Wochenpreis pro Koje | Gebuchte Wochen | Saisonumsatz pro Koje |
|---|---|---|---|---|
| Griechenland | 60,24 % | 839 € | 18,7 | 15.689 € |
| Italien | 49,95 % | 873 € | 15,5 | 13.532 € |
| Spanien | 45,33 % | 947 € | 14,1 | 13.353 € |
| Frankreich | 49,15 % | 871 € | 15,2 | 13.239 € |
| Kroatien | 58,30 % | 703 € | 18,1 | 12.724 € |
| Türkei | 47,49 % | 818 € | 14,7 | 12.025 € |
Der Preis ist nur die halbe Rechnung
Eine der interessantesten Erkenntnisse aus den Daten ist, dass der höchste Charterpreis nicht zwangsläufig zum höchsten Saisonumsatz führt.
Die Türkei hat die höchsten Preise für Segelyachten, Spanien die höchsten für Katamarane. Beim Saisonumsatz liegt jedoch keines der beiden Länder an der Spitze.
Griechenland zeigt die umgekehrte Strategie: Die Preise sind nicht die höchsten, doch die durchgehend starke Auslastung sorgt dafür, dass die Boote über mehr Wochen Charterumsätze erwirtschaften.
Dasselbe Muster lässt sich in Kroatien beobachten. Kroatische Katamarane haben den niedrigsten durchschnittlichen Wochenpreis im Vergleich, ihre hohe Buchungsquote bringt das Land beim geschätzten Saisonumsatz jedoch vor die Türkei.
Für Charterunternehmen und Bootseigner bedeutet dies, dass Preis und Auslastung gemeinsam betrachtet werden sollten. Ein etwas niedrigerer Wochenpreis kann mehr Jahresumsatz bringen, wenn dadurch deutlich mehr Wochen gebucht werden.
Methodik und Umfang
Die Analyse basiert auf wöchentlichen Charterpreisen aus einer Datenbank mit etwa 10.000 Booten. Um Preise zwischen Flotten mit unterschiedlich großen Booten vergleichbar zu machen, wurde der durchschnittliche Wochenpreis jedes Bootes durch seine maximale Zahl an Schlafplätzen geteilt. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Charterpreis pro Person beziehungsweise Koje. Diese Berechnung vermittelt ein realistischeres Bild der tatsächlichen Kosten eines Charterurlaubs als ein bloßer Vergleich der Wochenpreise unterschiedlich großer Boote.
Die Auslastung wurde für jede Woche berechnet, indem die Zahl der gebuchten Boote mit der Gesamtzahl der zur Charter verfügbaren Boote im jeweiligen Land verglichen wurde. Die Analyse beschränkt sich auf die Hauptsaison im Mittelmeer vom 1. April bis zum 2. November. So sollen Wochen außerhalb des üblichen Betriebszeitraums die Ergebnisse und das Bild der tatsächlichen Charternachfrage nicht verzerren.
Der Saisonumsatz umfasst ausschließlich die Einnahmen aus dem Mietpreis des Bootes. Kosten für Wartung, Liegeplatz, Versicherung, Verwaltung oder andere Betriebsausgaben werden nicht abgezogen und können je nach Land und Boot erheblich variieren. Für die Schätzung wurde die durchschnittliche Auslastung auf eine Saison von etwa 216 Tagen angewendet. Die daraus errechneten gebuchten Tage wurden in Wochen umgerechnet und anschließend mit dem durchschnittlichen Wochenpreis pro Person beziehungsweise Koje multipliziert. Das Ergebnis entspricht dem geschätzten saisonalen Charterumsatz pro Koje. Es kann auch zur Schätzung des potenziellen Umsatzes eines einzelnen Bootes dienen: Eine Yacht mit acht Kojen, die den Marktdurchschnitt erreicht, würde beispielsweise ungefähr das Achtfache des ausgewiesenen Umsatzes pro Koje erzielen.
Daten und Diagramme: Yacht-Rent.com. Analyse von Neven Grubisic; redaktionelle Bearbeitung durch BoatsWorld. Die Zahlen geben den bereitgestellten Datenstand vom 1. August wieder. Der geschätzte Charterumsatz ist nicht mit dem Nettogewinn gleichzusetzen.
Titelbild: Denys Gromov / Pexels.