Die McIntyre Golden Globe Race 2026 steht vor einem schweren Sturm im Südatlantik. Gleichzeitig verändert Pat Lawless’ Aufgabe den Kampf um die vorderen Plätze. Im Bericht vom 23. Oktober warnte die Rennleitung vor einem Frontensystem, das die Flotte ab Sonntag, dem 25. Oktober, auf dem Weg in den Südlichen Ozean erreichen sollte.
Titelbild: Damien Guillou an Bord der SOLAREM, aufgenommen von GGR Window LIVE am 19. Oktober 2026. © GGR2026.
Eine Wetterprognose verändert die Route
Die Prognose vom 23. Oktober nannte Wind um 50 Knoten, mögliche Böen bis 70 Knoten und eine schnelle Drehung von Nordwest auf Südwest beim Frontdurchgang. Diese Vorhersagen lagen bereits etwas unter den Werten des Vortags und wurden von der Rennleitung laufend aktualisiert. Ihre Empfehlungen sollten die Teilnehmer vom stärksten Bereich des Tiefs fernhalten.
Der führende Damien Guillou hatte mit der SOLAREM begonnen, nach Nordosten auszuweichen. Sein Vorsprung lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 450 Seemeilen, nachdem er zuvor etwa 750 betragen hatte. Flauten, Gegenwind und die Lage des Südatlantikhochs hatten die Abstände verkürzt.
Seit dem Start in Les Sables-d’Olonne am 6. September hatte Guillou ungefähr 6.500 Seemeilen zurückgelegt. Bei Trindade kostete ihn ein gerissenes Großfall etwa fünf Stunden. Er ersetzte es und ergänzte ein außen geführtes Reservefall, da sich die Scheuerstelle auf See nicht vollständig beheben ließ.
Pat Lawless beendet sein Rennen
Der Ire Pat Lawless gab nach zwei Schäden an der SILVERMINES HYDRO auf. Zunächst brach das Solentstag auf Deckshöhe, während das Hauptrigg sicher blieb. Danach versagten zwei Nietverbindungen am Beschlag zwischen Pinne und Ruderkopf. Geeignete Schrauben für eine zuverlässige Reparatur waren nicht an Bord.
Angesichts mehrerer weiterer Monate im Südlichen Ozean hielt Lawless eine Fortsetzung nicht für realistisch. Er nahm Kurs nach Norden; als mögliche Ziele nannte der Bericht die Kapverden oder die Kanaren. Die Umstände erläutert die Rennleitung in ihrer Mitteilung zu Pat Lawless’ Aufgabe.
Beskardes und Lodolo führen die Verfolger an
Im Bulletin lag Ertan Beskardes auf der MISS BEAGLE an zweiter Stelle, gefolgt von Andrea Lodolo auf der BIBI. Lodolo hatte nach dem Verlust eines Großfalls in den Mast steigen müssen. Daniel Pinsky auf der EXODUS lag rund 300 Seemeilen hinter dem Italiener und nannte anhaltende Erschöpfung als größte Schwierigkeit.
Technische Probleme und körperliche Belastungen treffen auch die übrige Flotte. Pär Nyman auf der LAZY OTTER meldete zwei gebrochene Rippen, wiederholte Mastaufstiege und eine ausgefallene Funkanlage. Guido Cantini war weiterhin ohne Kurzwellenfunk. Etienne Messikommer hatte nach den äquatorialen Flauten neue Motivation gefunden, saß anschließend aber erneut ohne Wind fest.
Mara Løvenskiold Kveseth auf der SHOWGIRL segelt mit einer Zeitstrafe von zehn Tagen für sechs unerlaubte Satellitentelefonate weiter. Die von sechzehn Tagen reduzierte Strafe muss sie laut Rennleitung im Nordatlantik auf dem Rückweg nach Les Sables-d’Olonne absitzen.
Recife und der Bericht vom 24. Oktober
Louis Kerdelhué auf der IE CHARGE hatte nach Problemen mit dem Hauptwassertank und der Genua-Rollanlage Recife angesteuert. Laut Mitteilung durfte er dort einen geschützten Mooringplatz aufsuchen und in der Hauptwertung bleiben, solange er isoliert blieb und keine Hilfe annahm. Ein Aufenthalt in der Marina oder fremde Unterstützung würde den Wechsel in die Chichester-Klasse bedeuten.
Der offizielle Bericht vom 24. Oktober bestätigt seine Ankunft ohne Hilfe; er bleibt unentschlossen an Bord. Für Guillou nennt er eine etwas weniger schwere, aber weiterhin anspruchsvolle Wetterlage.
Die Bilanz vom 23. Oktober führte dreizehn der sechzehn gestarteten Segler in der Hauptwertung. Guy deBoer segelte nach einem Stopp auf den Kanaren in der Chichester-Klasse weiter, während Lawless und Selim Yalçın aufgegeben hatten.
Die Positionen zeigt der Live-Tracker der Golden Globe Race. Weitere Informationen und aktuelle Meldungen finden Sie auf der offiziellen Website des Rennens.